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Copyright Detlev Bölter

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American Counting Machine

Hersteller: unbekannt
Baujahr: ab 1897 ("Pat. Nov. 16, 1897")
Seriennummer: keine
Funktion: Fünfstellige Zählmaschine
Beschreibung: Äußerst robuste, rustikale und schwere Form einer frühen Zählmaschine. Massives, verkupfertes Eisengehäuse - die 10 Zentimeter hohe Maschine wiegt 1,7 kg.
Die Befestigungsmöglichkeiten lassen an den Anbau an eine Fertigungsmaschine denken, z. B. eine Druckmaschine zum automatische Zählen der Exemplare. Die Eingabe per Hebel auf dem rechten Achsenende wirkt auf die Einerstelle..

Mein Exemplar weist keine Gebrauchsspuren auf, der Splint auf der Achse rechts wurde nie gesichert. Möglicherweise wurde die Maschine ohne Standardhebel geliefert und individuell angepasst. Die Patentschrift ist leider nicht zu finden. Zum Nullstellen klappt man das ganze Vorderteil hoch und schiebt die Ziffernräder mit dem Finger in Nullposition.

Der Übertrag, der mich stets besonders interessiert, ist unten auf den Fotos zu sehen. Im Unterschied zu Rechenmaschinen wird bei dieser Zählmaschine der Zehnerübertrag ausschließlich von der Einerstelle gesteuert. Dreht man bei dieser "American Counting Machine" manuell eines der Räder 1 bis 4 (von links aus gesehen) über Null, dann erfolgt kein Übertrag. Dieser wird von der Stellung 9 vom Rad der Einerstelle ausgelöst und bei 99, 999 und 9999 durch die Räder hindurch simultan nach links weitergeschaltet. Da die Einstellraster so üppig dimensioniert sind wie die ganze Maschine, erfordert der Übertrag auf die fünfte Stelle einige Kraft - das "Keep well oiled" bezieht sich wohl vorwiegend auf diesen Moment. Sollte die Maschine je geölt worden sein, dann sind jedenfalls nur die Reste vorhanden gewesen, die ich in Form von dickem und hartem Schmutzbelag entfernen durfte.


Anmerkungen: In der industriellen Fertigung genutzte und entsprechend robuste Zählwerke findet man in großer Zahl, eine eigene "Sammelszene" freilich nicht.
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Literatur:
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Rechts ist das Ende der Hauptwelle zu sehen. Nach Abnahme der dicken Endscheibe wird auf den dahinterligenden Vierkant (Pfeil) ein Hebel geschoben, der die Verbindung zur Produktion herstellt. Natürlich läßt sich auch ein Handhebel montieren.


Der Zehnerübertrag erfolgt über einen Hebel (gemarkt mit "1"), der innerhalb der Ziffernräder federnd montiert ist. Geht das rechte Rad über die 9, schiebt sich der Hebel vorübergehend nach links und transportiert einen der zehn Zapfen des linken Rades. Steht auch das linke Rad auf 9, drückt der Hebel 1 zusätzlich auf sein Gegenstück (Pfeil). Damit wird der Übertrag nach links auf ein weiteres Rad weitergegeben.


Eine digitalisierte Abbildung aus dem Internet. Man erkennt an dem Hebel rechts und der gelochten Lasche ganz links, dass diese Zählmaschine wohl fest mit einer anderen Mechanik verbunden war.



     

Diesen Vorläufer ("Hawkins Patent, May 25, 1880") der "American Counting Machine" fand ich bei Ebay USA. Diese Zählmaschine diente vermutlich ganz ähnlichen Zwecken (automatischer Zählvorgang bei einer industriellen Fertigung). Das linke Bild lässt vermuten, dass hier alle Stellen einen eigenen Zehnerübertrag vollziehen.